FAQ

Innovation

Hier werden einzelne Fachbegriffe aus dem Innovationsmanagement oder aus der Methodensammlung in dessen Umfeld vereinfacht erläutert.

Effectuation

Effectuation ist eine Haltung und ein Werkzeugkasten für ein “Steuern in Ungewissheit”. Es verhilft zu Struktur und geordnetem Vorgehen, wo es für eine Planung herkömmlicher Natur zu wenig Informationen gibt.

Seit den 1990-er Jahren erforschen US-Wissenschafter unter der Führung von Fr. Prof. Saras Sarasvathy, wie erfolgreiche Unternehmerinnen vorgegangen sind und extrahierten fünf Schlüsselprinzipien für das Handeln und Entscheiden in Unsicherheit:

  • Prinzip der Mittelorientierung
    Konzentration auf die verfügbaren Ressourcen (Identität, Know-how, Netzwerke) – statt auf ein unscharfes oder unklares Ziel
  • Prinzip des leistbaren Verlusts
    stets nur soviel investieren, dass man auch nach einem Scheitern noch handlungsfähig bleibt – statt in der Hoffnung auf einen erwarteten großen Gewinn alles zu riskieren
  • Prinzip der Umstände und Zufälle
    Wahrnehmen von Umständen und Zufällen, um die darin verborgenen Chancen erkennen zu können – statt mit Scheuklappen auf ein Ziel zuzustreben, jedes Hindernis am Weg zu umgehen oder zu beseitigen und alles am Wegrand zu ignorieren
  • Prinzip der Vereinbarungen und Partnerschaften
    Partnerschaften auf Vertrauensbasis bilden und prüfen, was in diesen Partnerschaften möglich ist, – statt sich für ein Vorhaben notwendige Partner zu suchen
  • Prinzip des Steuerns ohne Vorhersage
    Dieses fünfte Prinzip ist die Grundannahme für Effectuation und wird daher bei Faschingbauer nicht als Prinzip angeführt.

Quelle: Michael Faschingbauer, Effectuation – Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln und www.effectuation.at

 

 

Innovation

Eine wunderbare Zusammenstellung der Bedeutungen und Definitionen des Begriffs findet sich auf der Know-how-Seite der Plattform für Innovation PFI. Hier ein paar Beispiele:

  • “Innovation is the process of finding economic applications for inventions.” (Joseph A. Schumpeter) – Innovation als wirtschaftlich erfolgreiche Anwendung von Erfindungen dürfte die gebräuchlichste Definition sein
  • “Innovation ist schöpferische Zerstörung” (ebenfalls Schumpeter)
  • “Die Umwandlung von Geld in Wissen ist Forschung, die Umwandlung von Wissen in Geld ist Innovation.” (Thomas Mirow)

 

Serendipität

Serendipität (engl. serendipity), auch als “glücklicher Zufall” bezeichnet.

Im Innovationsmanagement bezeichnet man damit eine Erfindung, die nicht geplant war, sich zufällig oder gar irrtümlich ergeben hat, und dennoch zum Erfolg wurde. Berühmte Beispiele sind

  • Post-it: gesucht wurde ein besonders fest haftender Kleber, gefunden wurde der rückstandsfrei ablösbare Kleber – angeblich haben erst Damen im Sekretariat dessen Vorteil erkannt und als erste genutzt
  • Anti-Baby-Pille: gesucht wurde ein Mittel, um den idealen Zeitpunkt zur Zeugung zu bestimmen bzw. zu steuern

Im Werkzeugkasten der Effectuation findet sich das Prinzip der Umstände und Zufälle, das den Blick auf solche ungeplanten aber nützlichen Erkenntnisse  oder Funde frei machen soll.

Lexikon der Nachhaltigkeit

Das Lexikon der Nachhaltigkeit erläutert diverse Begriffe rund um das Thema Nachhaltigkeit (sustainability, Zukunftsfähigkeit) in sehr einfacher Form.

Brundtland-Bericht

1983 gründeten die Vereinten Nationen die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung zur Erstellung eines Perspektivberichts zu langfristig tragfähiger, umweltschonender Entwicklung unter dem Vorsitz der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland.

1987 erschien der als Brundtland-Report bekannt gewordene Bericht mit dem Leitbild einer “Nachhaltigen Entwicklung”.

Siehe auch: Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland Bericht | Brundtland Report)

Corporate Social Responsibility

Corporate Social Responsibility (CSR) bezeichnet die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens. Alles, was Unternehmen freiwillig für Welt und Gesellschaft tun, fällt unter CSR.

cradle to cradle

cradle to cradle heißt wörtlich “von der Wiege zur Wiege” – zur Wiege statt zur Bahre.
Gemeint ist, dass nach Verwendung alle Stoffe wieder an den Anfang eines neuen Nutzungsprozesses gelangen anstatt in den Müll.

Es ist ein Konzept der abfallfreien Kreislaufwirtschaft. Alles wird wieder verwendet, nichts weggeworfen. Oder es wird der Natur zurückgegeben, z.B. als Dünger und Nahrung. Damit das funktionieren kann, muss alles giftfrei sein. “Essbare” Stoffe gibt es bereits.

CSR

CSR ist die Abkürzung von Corporate Social Responsibility und bedeutet wirtschaftlich sinnvolles Handeln von Unternehmen, das die Umwelt gesund erhält und für die Gesellschaft Nutzen stiftet.

CSR-Aktivitäten erfolgen freiwillig und liegen im Ermessen des Unternehmens.

Demokratische Bank

Die Demokratische Bank (https://www.mitgruenden.at/) und ihre Zweigstellen sind dem Dienst an der Gesellschaft und somit dem Gemeinwohl verpflichtet. Ihr liegen die Prinzipien der Gemeinwohlökonomie zugrunde.

Ihre Ziele sind

  • die Förderung sozial und ökologisch nachhaltiger Entwicklung,
  • Verteilungsgerechtigkeit,
  • demokratische Mitbestimmung,
  • Geschlechtergerechtigkeit,
  • sowie regionale und kulturelle Vielfalt.

Insbesondere sollen lokale oder regionale Wirtschaftskreisläufe, kleine Unternehmen und Haushalte gefördert werden.

Die Demokratische Bank ist nicht gewinnorientiert. Geld und insbesondere Kredit werden durch die Demokratische Bank tendenziell zu einem öffentlichen Gut.

Earth Overshoot Day

Die Menschheit lebt weit über ihre Verhältnisse. Die jährlich zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen reichen bei weitem nicht mehr aus, um den globalen Verbrauch zu decken. Der Tag, ab dem die Weltgemeinschaft ökologisch auf Kredit lebt, ist der so genannte Earth Overshoot Day.

siehe auch

Effizienz

Effizienz ist neben Konsistenz und Suffizienz eines der drei Grundprinzipien der Nachhaltigkeit.

Effizienz ist ein Maß für ein Ergebnis unter Berücksichtigung der eingesetzten Mittel (Wikipedia). Im Kontext der Nachhaltigkeit geht es dabei um den optimalen Einsatz von z.B. Energie oder Rohstoffen. Effizienz alleine reicht aber noch nicht, denn das Falsche effizient gemacht, ist immer noch falsch.

Gemeinwohl-Ökonomie

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eine wirtschaftliche Systemalternative zu kapitalistischer Markt- und zentraler Planwirtschaft, ein vollständiger Dritter Weg mit Elementen aus den beiden großen historischen Entwürfen. Menschliche Werte des Zusammenlebens sollen auch für die Wirtschaft gelten. (siehe Christian Felber, „Neue Werte für die Wirtschaft. Eine Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus“)

Gemeinwohlbilanz

Die Gemeinwohlbilanz ist das „Herzstück“ der Gemeinwohl‐Ökonomie. Sie stellt den Menschen und alle Lebewesen sowie das Gelingen der Beziehungen zwischen ihnen in den Mittelpunkt des Wirtschaftens. Hauptfunktion der Gemeinwohlbilanz ist, unternehmerischen „Erfolg“ zu messen, der in der Gemeinwohl‐Ökonomie wie auch in der freien Marktwirtschaft der Hauptzweck unternehmerischen Daseins und Strebens ist. Jedoch wird Erfolg in der Gemeinwohl‐Ökonomie nicht mehr (ausschließlich) am finanziellen Profit gemessen, sondern (auch) an Indikatoren, die den Beitrag des Unternehmens zum allgemeinen Wohl messen.

Gemeinwohlmatrix

Die Gemeinwohlmatrix ist das Messwerkzeug für die Gemeinwohlbilanz.

Sie ordnet verschiedene Grundwerte den Berührungsgruppen (Stakeholdern) eines Unternehmens zu und bewertet die Einhaltung jedes Grundwertes im Zusammenspiel mit jeder Berührungsgruppe mit Gemeinwohlpunkten.

Die betrachteten Grundwerte sind:

  • Menschenwürde
  • Solidarität
  • ökologische Nachhaltigkeit
  • soziale Gerechtigkeit
  • demokratische Mitbestimmung

Die angeführten Berührungsgruppen sind (lt. Matrix V4.1):

  • LieferantInnen
  • GeldgeberInnen
  • MitarbeiterInnen incl. EigentümerInnen
  • KundInnen / Produkte / Dienstleistungen / Mitunternehmen
  • das gesellschaftliche Umfeld (incl. zukünftiger Generationen und Natur)

Die an den Schnittstellen formulierten Gemeinwohlkriterien (also Grundwert je Berührungsgruppe, z.B. Mitbestimmung der Beschäftigten) sind klar messbar und mit Gemeinwohlpunkten versehen.

Ein Beispiel finden Sie hier: gemeinwohl-matrix 4.1

green washing

“green washing” bedeutet zu tun, als ob man nachhaltig handeln würde, es in Wahrheit aber nicht tut. Man spricht von “green washing”, wenn CSR-Aktivitäten reine Marketing-Aktivität sind, die tatsächliche Geschäftstätigkeit aber kein echtes Interesse an den Stakeholdern erkennen lässt. Green washing ist somit ein Pendant zum “Weiß waschen”, der Schönfärberei.

Der SpinnRaum distanziert sich von “green washing” und unterstützt keine Aktivitäten in diese Richtung!

GRI – Global Reporting Initiative

GRI ist eine führende Organisation auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. Sie bewirbt die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichte, damit Organisationen sich bei deren Erstellung der nachhaltigen Entwicklung verpflichten und selber nachhaltiger werden. Dazu hat GRI die sogenannten Guidelines enwickelt, eine Vorgabe, um NH-Berichte vergleichbar zu machen.

Die GRI arbeitet weltweit unter aktiver Beteiligung von Firmen, Menschenrechts-, Umwelt-, Arbeits- und staatlichen Organisationen und weiteren Anspruchsgruppen.

(Quelle: http://www.globalreporting.org –> About GRI)

GRI Guidelines

GRI Guidelines sind eine Vorgabe für Nachhaltigkeitsberichte.

Die Global Reporting Initiative (GRI) entwickelt in einem partizipativen Verfahren Richtlinien für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten von Großunternehmen, kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), Regierungen und NGOs.

Die Grundlage einer Berichterstattung nach GRI ist Transparenz, ihr Ziel eine Standardisierung und Vergleichbarkeit.

Grundprinzipien der Nachhaltigkeit

Es gibt drei Grundprinzipien der Nachhaltigkeit:

Nachhaltig handeln heißt also (auch), das Richtige auf richtige Art und im richtigen Maß zu tun.

Kilowatt Peak

Kilowatt Peak, kWp (oder Watt Peak) ist die höchstmögliche Leistung einer Photovoltaikanlage. Sie wird auch als Nennleistung bezeichnet.

Die tatsächliche Leistung einer Anlage ist niedriger und hängt von der Sonneneinstrahlung ab. Beeinflusst wird diese (natürlich) vom Wetter, sowie vom Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ab.

Das Solaranlagenportal der Hamburger DAA gibt für Süddeutschland eine durchschnittliche Jahresleistung von 1 Kilowattstunde je Watt Peak an. Für Österreich können ähnliche Werte angenommen werden. (Österreich 2012: 362,9 MWp installierte Leistung, 344 GWh erzeugte Strommenge).

(Quellen: Solaranlagenportal http://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/leistung, Photovoltaik Austria http://www.pvaustria.at/wp-content/uploads/2013/07/2013-06-11-Fact-sheet-PV-Branche.pdf)

Konsistenz

Konsistenz ist neben Effizienz und Suffizienz eines der drei Grundprinzipien der Nachhaltigkeit.

Bezüglich Nachhaltigkeit wird unter Konsistenz die Notwendigkeit verstanden, alle (wirtschaftlichen) Tätigkeiten so zu gestalten, dass sie sich in natürliche Kreisläufe einfügen können, also ungiftig, erneuerbar, abbaubar,… sind.

Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.  Definition nach: Brundtland-Bericht, 1987

Nachhaltigkeit

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft, wonach dann ein Wald nachhaltig genutzt wird, wenn nur so viel Holz eingeschlagen wird, wie auch wieder nachwachsen kann. Dieses Prinzip wurde auf die Bereiche Gesellschaft und Wirtschaft übertragen (und führte 1989 zur Definition im Brundtland-Bericht).

Manchmal wird statt “Nachhaltigkeit” auch “Zukunftsfähigkeit” verwendet.
Der englische Begriff lautet übrigens “sustainability”

Nachhaltigkeitsbericht

Nachhaltigkeitsberichte entstanden als Weiterentwicklung der in den 1990er Jahren von Unternehmen, aber auch von öffentlichen Einrichtungen veröffentlichten Umweltberichte. Sie stellen die Tätigkeiten und Leistungen der Organisationen im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung dar.

Sie greifen die wichtigsten Themengebiete der Nachhaltigkeit auf: Ökonomie, Ökologie und Soziales (Triple Bottom Line). Der Nachhaltigkeitbericht ist neben dem Geschäftsbericht ein wichtiger Bestandteil der Informationspolitik des Unternehmens. Er ist zugleich auch ein Instrument des Nachhaltigkeitsmanagements und ein Element des Marketings.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeitsbericht

Für die Standardisierung und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsberichte wurden die GRI Guidelines eingeführt.

Ökologischer Fußabdruck (Footprint)

Alles benötigt Fläche um zu entstehen und Müll und Abgase wieder zu beseitigen: Wolle, Stahl, Steaks. Der ökologische Fußabdruck ist ein Maß für diesen Flächenverbrauch. Die Berechnung ist manchmal schwierig, z.B. um die notwendige Waldfläche zur Bindung von CO2 zu berechnen.

Heute benötigt die Menschheit im Durchschnitt ca. 1,5 Erden (wir sogar 5).
Es gibt aber nur eine – wir leben von der Substanz!

Peak Oil

Peak Oil (etwa “Globales Ölfördermaximum”) ist die maximal mögliche Förderrate der weltweiten Erdölproduktion. Mit peak oil wird (auch) ein Zeitpunkt bezeichnet, zu dem das Maximum der weltweiten Ölförderung erreicht ist und nach welchem die weltweite Erdölproduktion dauerhaft abnimmt.

Derzeit verursacht eine wachsende Weltwirtschaft wachsenden Erdölbedarf. Wenn dieser nicht mehr gedeckt werden kann, schrumpft die Wirtschaft und gleichzeitig steigen die Ölpreise.

Alternativen sind eine Entkoppelung der Wirtschaft vom Öl bzw. allgemein von den fossilen Energieträgern bzw. die Abkehr von der einseitig quantitativen Wachstumsphilosophie.

Alfred Strigl, plenum GmbH, spricht in diesem Zusammenhang gerne über adultes Wachstum im Gegensatz zum kindlichen Wachstum und bezeichnet damit ein Wachstum an Qualität statt an Quantität.

(Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Peak_Oil, Cornelia Daniel-Gruber in http://www.oekoenergieblog.at/2012/03/was-bedeutet-peak-oil/)

 

Photovoltaik

Photovoltaik ist die Gewinnung von elektrischem Strom aus Sonnenlicht mit Hilfe von Solarmodulen. (Vergleiche Solarthermie)

Solarmodul

Solarmodule erzeugen Strom aus Sonnenlicht (Photovoltaik). In den Solarzellen wird Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umgewandelt.

Solarmodule (für Photovoltaik) sind nicht mit Sonnenkollektoren (für Solarthermie) zu verwechseln.

(Quelle: Cornelia Daniel-Gruber in http://www.oekoenergieblog.at/2011/08/kollektor-oder-modul-bildanleitung-fur-journalisten/)

Solarthermie

Solarthermie ist die Gewinnung von Wärmeenergie aus Sonnenlicht mit Hilfe von Sonnenkollektoren. (Im Gegensatz zu Photovoltaik mit Solarmodulen)

Sonnenkollektor

Sonnenkollektoren erzeugen Wärme aus Sonnenenergie (Solarthermie). Sie sind mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit gefüllt, die sich durch das auftreffende Sonnenlicht erhitzt und diese Wärmeenergie in einem Heiz- oder Warmwasserkreislauf wieder abgibt.

Sonnenkollektoren (für Solarthermie) sind nicht mit Solarmodulen (für Photovoltaik) zu verwechseln.

(Quelle: Cornelia Daniel-Gruber in http://www.oekoenergieblog.at/2011/08/kollektor-oder-modul-bildanleitung-fur-journalisten/)

Stakeholder

Stakeholder kommt von engl. “stake” etwa Anteil, Anspruch und engl. “holder” etwa Besitzer. Stakeholder werden auf deutsch “Anspruchsgruppen”, manchmal auch “Berührungsgruppen” genannt.

Stakeholder sind alle, die in irgendeiner Beziehung zum Unternehmen stehen und Interesse an dessen Handeln oder Ergebnissen haben. Es gibt interne Stakeholder. (z.B. Mitarbeiter/innen, Eigentümer/innen) und externe (z.B. Kunden, Lieferanten, Finanzamt, Staat, Gesellschaft, Umwelt).

Stakeholder-Value

Der “Stakeholder-Value” ist der Wert eines Unternehmes bezogen auf alle Interessen aller Anspruchsgruppen (Stakeholder), also der Kunden, Mitarbeiter/innen, Gesellschaft, Umwelt, etc. eines Unternehmens.

Der Stakeholder-Value dient neben dem Shareholder-Value, den Gewinn-Erwartungen der Aktionäre, immer mehr zur Orientierung unternehmerischer Entscheidungen.

Suffizienz

Suffizienz ist neben Effizienz und Konsistenz eines der drei Grundprinzipien der Nachhaltigkeit.

Suffizienz ist die Frage nach dem rechten Maß.

Gemeint ist damit eine Lebens- und Wirtschaftsweise, die dem Überverbrauch von Gütern und damit von Stoffen und Energie ein Ende setzt.

Zukunftsfähigkeit

Zukunftsfähigkeit ist neben “Nachhaltigkeit” eine weitere mögliche Übersetzung (besser Übertragung) des englischen Begriffs sustainability. “Zukunftsfähig” ist vor allem in der negativen Form kräftiger als “nachhaltig”: zukunftsunfähig will wohl niemand sein.

Neben der Erhaltung der Lebensbasis ist Innovationskraft und Innovationsfähigkeit ein Aspekt von Zukunftsfähigkeit.

Scrum

Backlog Item

… ist eine Anforderung (oder Aufgabe) aus dem Product Backlog oder Sprint Backlog.

Daily Scrum

Das Daily Scrum ist eine tägliche kurze Statusüberprüfung des gesamten Scrum Teams und erfolgt anhand dreier einfacher Fragen:

  • Was habe ich seit dem letzten Daily Scrum getan (und ggf. erledigt)?
  • Was nehme ich mir bis zum nächsten Daily Scrum vor?
  • Welche Hindernisse bremsen mich und möchte ich beseitigen oder beseitigt haben?

Bei Hindernissen kann sowohl die Unterstützung der anderen im Scrum team angefordert werden als auch der Scrum Master aufgefordert werden, Lösungen bereitzustellen.

Product Backlog

Das Product Backlog ist die Anforderungsdefinition für ein gewünschtes Produkt, das gemäß Scrum entwickelt werden soll. Ausgehend von User Stories, in denen die Funktionen des zukünftigen Produktes beschrieben werden (Was soll das Produkt leisten?), werden die Anforderungen zunächst grob dargelegt (Wie etwa soll es funktionieren?) und dann im Laufe der Entwicklung solange verfeinert, bis ausreichend Information für die Entwicklerinnen verfügbar ist.

Das Product backlog (d.h. die Anforderungen an das Produkt) stammt vom Auftraggeber, vertreten durch den Product Owner. An der detaillierten Ausarbeitung des Product Backlogs ist das Scrum Team gemeinsam mit dem Product Owner beteiligt.

Product Owner

Der Product Owner vertritt in einem Projekt nach Scrum den Auftraggeber. Er kann sowohl der Organisation des Auftraggebers angehören als auch eine von dieser beauftragte Person sein.

Die Product Owner ist verantwortlich für das Product Backlog.

Retrospective

…ist eine Rückschau auf den abgelaufenen Sprint an dessen Ende. Dabei werden anhand der Geschehnisse und Ergebnisse die Zusammenarbeit auf Optimierungsbedarf überprüft und ggf. wirksame Maßnahmen beschlossen. Diese fließen dann in das Sprint Backlog des oder der nächsten Sprints ein.

Jeder Sprint endet mit einer Retrospective. Sie wird vom Scrum Master moderiert. Aufgrund der Häufigkeit sind Retrospektiven ziemlich kurz und dauern je nach Sprintlänge zwischen einer und vier Stunden.

(Es gilt das Prinzip, dass die “unproduktiven” Besprechungen nur etwa 10% der Sprintdauer verbrauchen sollen. also z.B. 8 Stunden bei einem zweiwöchigen Sprint für Planung, Abnahme und Retrospective zusammen.)

Scrum

Scrum ist eine Projektmanagementmethode, sie wurde für die agile Softwareentwicklung entwickelt, kann aber allgemein eingesetzt werden.

Grundsätze sind:

  • Entwicklung findet in Zyklen fester Länge statt, den Sprints. Ein Sprint dauert meist zwischen zwei und vier Wochen. 
  • Für einen Sprint werden Funktionen gemäß der Anforderungen (Backlog Items) ausgewählt, entwickelt und zur Abnahme bereitgestellt. Nur was fertig ist und abgenommen wird, zählt. “fertig” ist genau definiert (“done criteria“).
  • Möglichst häufig wird an die Kunden ausgeliefert. Dadurch wird frühzeitig Nutzen gestiftet und Kundenfeedback erzeugt.
  • Jeder Sprint hat eine feste Struktur: Planung – Entwicklung & Test – Abnahme – Retrospektive. Innerhalb dieses Ablauf arbeitet das Team ungestört. Änderungen der Anforderungen können in der Planungsphase zu Beginn eines Sprints eingebracht werden.
  • In einer täglichen, kurzen Abstimmrunde (“Daily Scrum“) werden Status überprüft, Hindernisse oder Probleme aufgezeigt und die Suche nach Lösungen beauftragt.
  • Der Scrum Master moderiert und unterstützt das Team, beseitigt Hindernisse und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
  • Der Product Owner vertritt den Auftraggeber, definiert die Priorität der Anforderungen und nimmt fertige Ergebnisse ab.
Scrum Master

Ein/e Scrum Master unterstützt und moderiert das Scrum Team:

  • Er sorgt für die Einhaltung der Regeln,
  • übernimmt die Kommunikation nach außen, damit das Team ungestört arbeiten kann,
  • sorgt für die Arbeitsfähigkeit des Team durch Klären von Fragen oder Beschaffen von Hilfsmitteln und Beseitigen von Hindernissen,
  • moderiert alle Besprechungen (Planungssitzung, Daily Scrum, Abnahme, Retrospective)
  • und koordiniert sich ev. mit den Scrum Mastern anderer Scrum Teams bei größeren Projekten (Scrum of Scrums).
Scrum Team

Das Scrum Team entwickelt ein Projekt nach Scrum. Es vereint alle Fähigkeiten, die für diese Entwicklung benötigt werden, und wird vom Scrum Master moderiert und unterstützt. Die ideale Größe wird mit sieben Personen (fünf bis zehn) angegeben. Für ein größeres Projekt werden mehrere kleinere statt eines zu großen Scrum Teams eingesetzt.

Sprint

Ein Sprint ist der Projektabschnitt eines gemäß Scrum durchgeführten Projektes. Er hat eine fix vorgegebene Dauer und Struktur: Planung – Entwicklung/Test – Abnahme – Retrospektive. Jeder Sprint ist gleich aufgebaut und gleich lang. Die Dauer eines Sprints wird zu Projektbeginn vorgegeben und bleibt während des Projekts unverändert.

Was in einem Sprint zu erledigen ist, wird zu Beginn von Scrum Team und Product Owner im Sprint Backlog festgelegt.

 

Sprint Backlog

Das Sprint Backlog ist der Anforderungskatalog für einen Sprint. Seine Items können sein:

  • die für den Auftraggeber wichtigsten noch offenen Anforderungen aus dem Product Backlog
  • Anforderungen aus dem Product Backlog, die schwierig zu realisieren sind oder deren Machbarkeit durch das Team erst untersucht werden müssen
  • im vorangegangenen Sprint nicht fertig gewordene Sprint Backlog Items
  • Aufgaben, die in der Retrospective oder in Daily Scrums definiert wurden, um die Arbeitsfähigkeit und Produktivität des Teams zu stärken oder zu sichern
User Story

Eine in kurze Sätze gefasste Anforderung an ein Softwareprodukt. Sie beschreibt i.W. was ein Anwender in einer bestimmten Rolle vom Ergebnis erwartet und enthält ggf. noch eine Nutzen-Begründung.

User Stories sind Input für das Product Backlog.

Strategie

Blue Ocean Strategy
Strategie des blauen Ozeans

Die Strategie des blauen Ozeans (eng. “Blue Ocean Stratgy”) ist eine relativ junge Methode, Marktgrenzen so zu verändern, dass ein Unternehmen (fast) konkurrenzlos wird. Sie beruht auf den Forschungen von W. Chan Kim und Renée Mauborgne an erfolgreichen Unternehmen und ist im gleichnamigen Buch leicht lesbar dokumentiert.

Kernaussage ist, dass Unternehmen ihre Marktgrenzen durch Analyse und Veränderung der Wettbewerbsfaktoren verschieben können, um sich vom Mitbewerb zu entfernen. Für Analyse und Umsetzung der Erkenntnisse werden einige Methoden und Prinzipien vorgeschlagen.

Quelle: http://www.amazon.de/Der-Blaue-Ozean-als-Strategie/dp/3446402179

SWOT Analyse

Die SWOT-Analyse ist eine Methode der Strategieentwicklung. SWOT ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der vier Begriffe Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Bedrohungen).

Die SWOT-Analyse erfolgt in zwei Schritten. Zunächst werden die vorhandenen Stärken und Schwächen des Unternehmens (innere Eigenschaften) und die Chancen und Bedrohungen (äußere Bedingungen) gesammelt.

Im zweiten Schritt stellen Sie Stärken und Schwächen den Chancen und Bedrohungen gegenüber und leiten daraus Maßnahmen ab, um z.B. Chancen durch vorhandene Stärken zu nutzen.

Vgl. z.B. http://www.controllingportal.de/Fachinfo/Grundlagen/SWOT-Analyse.html oder http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/326727/swot-analyse-v3.html