MT-Thema Innovationsprozess

(22.11.2013)

Wie ich zum Master Thesis-Thema über den Innovationsprozess gekommen bin.

Meine Master Thesis in Innovationsmanagement habe ich über den Innovationsprozess geschrieben. Wer meine Vorgeschichte als Qualitätsmanager kennt, wird nun vielleicht mit den Achseln zucken und “typisch” sagen.

Diese Arbeit habe ich (beinahe) als Streitschrift angelegt, wie schon der Titel zeigt:

Innovieren wir den Innovationsprozess

Wider die Linearität in der Innovation

Wie kam es dazu?

Einige zyklische Prozesse

Einige zyklische Prozesse

Als Qualitätsmanager, als Scrum Master und auch sonst sind mir viele zyklische Prozesse untergekommen, vor allem wenn etwas Neues, Unbekanntes zu entwickeln war, oder wenn es um Verbesserungen und die Einarbeitung von Erfahrungen und Feedback ging.

Im Deming-Rad (Plan – Do – Check – Act) wechseln sich Planungs- und Prüfschritte mit Aktionsschritten ab und die nächste Erweiterung erfolgt erst, wenn die vorangehende ihre Wirkung zeigt.

Scrum ist ein zyklischer Projektmanagementprozess (entstanden in der agilen Softwareentwicklung), in welchem in vorgegebener Zeit ein Stück Software erstellt, geprüft und ausgeliefert wird und dann in einer kurzen Retrospektive die Vorgehensweise im Team begutachtet und aus den Erfahrungen Verbesserungen beschlossen werden.

Und in der Natur läuft alles in Zyklen ab oder schwingt, wie beispielsweise die Chronobiologie oder ein Blick auf die Jahreszeiten zeigt. Auf die Chronobiologie bin ich übrigens ganz zufällig, fast schon irrtümlich, gerade in der Zeit gestoßen, als ich auf der Suche nach möglichen Themen für die Master Thesis war. Und am Tag nach dem Impuls gebenden Vortrag von Prof. Maximilian Moser lernte ich Veronika Lamprecht und ihr Gaia-Prinzip kennen, das Jahreszeitenzyklen für Unternehmen nutzbar macht.

(Die Illustrationen stammen aus meiner Präsentation der Arbeit in der Defensio, also der “Verteidigung” meiner Arbeit vor einer Kommission der Donauuniversität Krems – oder besser dem Nachweis, dass ich sie tatsächlich selber geschrieben habe.)

Der Stage-Gate-Prozess nach Cooper

Der Stage-Gate-Prozess nach Cooper

Der Innovationsprozess aber soll linear verlaufen! Zumindest wurde mir in zwei völlig unabhängigen Kursen ein linearer Innovationsprozess präsentiert: der Stage-Gate-Prozess nach Cooper. Aus meiner Erfahrung und den oben angeführten Beispielen heraus wollte und konnte ich nicht akzeptieren, dass ein linearer Prozess das Nonplusultra der Innovation sein sollte. Also beschloss ich, meine Master Thesis der Suche nach Zyklen in Innovationsprozessen zu widmen und – sollte ich keine finden – einen möglichen zyklischen Innovationsprozess zu skizzieren.

Um es vorwegzunehmen, die Erfindung eines neuen Prozesses war zum Glück nicht nötig, es fanden sich genügend zyklische Prozesse und zyklische Prozesselemente, selbst Cooper empfiehlt zyklisches, agiles Vorgehen. In der Rezeption und Lehre des State-Gate-Prozesses scheint das nur völlig unter den Tisch gefallen zu sein.

Aber darüber ein andermal mehr.

Mehr über meine Motivation zu dieser Arbeit, die Fragestellung und den Aufbau findet sich im Kapitel 1 meiner Master Thesis “Einleitung